Rohbau steht / In rund zwei Monaten soll das Gebäude fertig sein / Bürgermeister dankt ehrenamtlichen Helfern und Baufirmen für großes Engagement

Wettringen. Werner „Wastl“ Wellkamp war groß in Form. Wie es die Tradition verlangt, prostete der Zimmermann einen flotten Trinkspruch nach dem anderen heraus. Der Teufel muss schließlich raus aus dem Gebälk! Geht man allein nach der Anzahl der Sprüche, die Wellkamp standsicher hoch oben auf den Balken zum Besten gab, dann wird die Kappscheune im Gemeinschaftsgarten auf jeden Fall ein Ort, an dem die Menschen gut miteinander ins Gespräch kommen.

Es wurde Richtfest gefeiert am frühen Freitagabend. Innerhalb von drei Monaten ist der Rohbau für die Kappscheune errichtet worden. Heinz Niehues, einer der Sprecher des Projektes Gemeinschaftsgarten, dankte allen Helfern, Firmen und auch der Gemeinde Wettringen für die „großartige Unterstützung“.

Es gebe wahren Grund zur Freude, sagte Niehues vor rund 50 Gästen, die zum Richtfest gekommen waren. Manche hatten kleine Geschenke mitgebracht, auch als Anerkennung für die vielen Stunden unentgeltlicher Arbeit, die schon geleistet worden sind. „Die Kappscheune wird in rund zwei Monaten fertig sein. Außerdem sind Beete und Wege in ihren Konturen schon sichtbar, und auf der Streuobstwiese kann vermutlich im Herbst gepflanzt werden. Es geht also gut voran mit dem Gemeinschaftsgarten!“, so Niehues.

Bürgermeister Berthold Bültgerds bezeichnete das Richtfest als weiteren Meilenstein für das Projekt Gemeinschaftsgarten. Es sei beeindruckend, was der Verein „Wettringen Selbst Bewusst e.V.“ und die zahlreichen Unterstützer in Verbindung mit den Baufirmen in ehrenamtlicher Arbeit auf die Beine bestellt hätten. „Mit dem Gemeinschaftsgarten entsteht ein Ort, an dem das Wissen und die Fähigkeiten, die es zur Bewirtschaftung und Pflege eines Gartens bedarf, vermittelt und wiederbelebt werden – und das generations- und kulturübergreifend.“

Es gehe nicht nur um ökologische Aspekte, sondern insbesondere auch um das Zusammenbringen von Menschen. „Das alles erhöht die Vielfalt und Lebensqualität in Wettringen“, sagte der Bürgermeister. Sein Dank galt zudem auch der Familie Bischoff, die das Gelände zur Verfügung gestellt hat.

In einem kleinen Rundgang stellten Heinz Niehues und Anne Hartmann, eine der weiteren Sprecherinnen des Projektes, die Kappscheune vor. Das Holzgebäude bietet mit 14 Metern Breite und fünf Metern Tiefe jede Menge Platz.

So gibt es eine Küche mit den wichtigsten Geräten, um auch mal etwas kochen zu können. Ferner ist für Gartengeräte ein großer Abstellraum vorhanden, eine Toilette gehört ebenfalls zum Raumangebot. „Alles ist natürlich barrierefrei zugänglich“, betont Anne Hartmann. Als Ort der Begegnung ist eine Freifläche in der Mitte der Kappscheune eingeplant, hier finden auch größere Gruppen Platz – zum Beispiel Schulklassen oder Kindergartengruppen, um das Wissen über das Gärtnern an die nächsten Generationen weiterzugeben.